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Mittwoch, 30. Oktober 2013

Zurück in Island // Back in Iceland

© Torben Weiß
Jetzt also wieder Island. Als uns am Flughafen von Reykjavik die erste Windböe die Kragen flattern lässt, kommen die Erinnerungen zurück. Im vergangenen Frühjahr hatten Torben und ich uns von einem aufziehenden Schneesturm über den Gebirgspass nach Seydisfjördur wehen lassen. Eine Stunde später war die Straße dicht – und damit der Weg zur Fähre gen Heimat. Das Zelt bauschte sich schon beim Auspacken zum Segel, es folgte eine ungemütliche Nacht, eingekeilt auf den Vordersitzen des Kleinwagens. Am nächsten Morgen war das Auto auf der einen Seite dick überfroren, auf der anderen hatte sich eine Schneewehe bis auf das Dach getürmt.
Ja, die schönen Erinnerungen kommen zurück. Wenn Torben morgens den Schnee vom Zelt klopfte. Wenn man nachts im Rucksack nach der langen Unterhose kramte, um sich morgens im Nieselregen Schafswurst und Bohnen zu kochen.
Jetzt sind wir wieder da. Es ist Herbst, aber die Jahreszeit gibt es in Island nicht so richtig. Die paar Bäume sind längst kahl. Es ist schon kalt, aber es wird noch einige Stunden hell. Wir sind wieder mit dem Zelt unterwegs. Nur diesmal ohne Auto …

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It‘s Iceland, again. The wind let‘s our collars flutter and the memories come back. Last spring, Torben and I have been blasted over the mountain road to Seydisfjördur by an uprising snow storm. One hour later, the road was blocked – and the way to the ferry home. The tent swelled to a sail before we even unpacked it. What followed was an unpleasant night, packed in the front seat of a tiny car. The next day, our car was covered by a thick layer of ice on the one side, on the other one a heavy bank of snow had risen up to the top.
Yeah, the nice memories come back. When Torben shook the snow from the tent in the mornings. When you searched for your long underwear in the middle of the night. Just to boil sheep sausage and beans in the drizzle at dawn.
Now, we are back. It‘s autumn, but that season does not really exist in Iceland. The few trees already lost their leaves. It‘s already cold, but there are still some hours of sunlight. We are sleeping in a tent, again. Though, this time, we don‘t have a car …

Freitag, 4. Mai 2012

Garagen-Metal in Reykjavik / Metal Garage in Reykjavik

© Torben Weiß
Unnar zählt ein, dann röhren Gitarre und Bass in schnellem Rhythmus. Als der Sänger in das Mikrofon brüllt, bringt der Schall die Tabakkrümel auf dem Teppichboden zum Tanzen. Vier gewaltige Verstärker und ein paar Instrumente: Mit so wenigen Mitteln wird die Garage von Unnar am Rande Reykjaviks zum Proberaum.
Unnar ist eigentlich Programmierer in einer Bank, aber in seiner Freizeit spielt er Schlagzeug in der Metalband Axeorder. Deshalb hat er seine Garage umfunktioniert: Die Wände sind mit Schallschutz gepolstert. An der Wand steht ein Sofa, auf dem Tisch liegt eine Gartenschere, ein Akkuschrauber, daneben stehen zwei leere Bierdosen. Über den Teppichboden ziehen sich Kabelstränge, in der Ecke rauscht ein Ventilator. "Die Wohnung nebenan ist nett - aber eigentlich habe ich sie nur wegen der Garage genommen", sagt Unnar.

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Unnar counts to four, than guitar and bass start to roar in a fast rhythm. The noise makes the tobacco crumbs dance on the carpet, when the singer shouts in the microphone. Four giant amps and a few instruments: With such little means the garage of Unnar at the edge of Reykjavik becomes the main base for his metal band Axeorder.
Unnar actually is a programmer at a bank, but in his free time he plays the drums. For that reason he remodeled his garage completely: The walls are covered in soundproof foam. At the wall a sofa, on the table lies a garden scissor, a screwdriver, next to it stand two empty beer cans. Strings of cables run over the carpet, in the corner soars a ventilator. "I like the apartment next door - but actually I took it because of the garage", Unnar says.